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Stolpersteine für Senftenberg

zur Erinnerung an das Schicksal von Senftenberger Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

„Ein Mensch ist erst vergessen,

wenn sein Name vergessen ist.“

Gunter Demnig

Bildhauer, Initiator der europaweiten Aktion

Am 10. Juli 2007 wurden unter Anwesenheit des Künstlers Gunter Demnig feierlich die ersten sechs „Stolpersteine“ in Senftenberg und Hörlitz (ehemals Senftenberg-West) verlegt, um damit ein Zeichen an den Orten zu setzen, wo Bürgerinnen und Bürger gewohnt haben, die zwischen 1933 und 1945 Opfer nationalsozialistisch motivierter Gewalt geworden sind – und um sie so wieder in Erinnerung zu bringen. Am 22. März 2011 konnten wir weitere acht Stolpersteine durch Gunter Demnig verlegen lassen.

Die Idee, sogenannte Stolpersteine zu verlegen, geht auf den Kölner Künstler und Bildhauer Gunter Demnig zurück. Er erinnert damit an diejenigen Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus religiösen, politischen oder anderen Gründen verfolgt und getötet wurden. Vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort werden kleine Messingtafeln in den Gehweg eingelassen, auf denen geschrieben steht: „Hier wohnte …“ Gunter Demnig sagt: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Bis Ende des Jahres 2011 wurden in etwa 700 Orten mehr als 32.000 Stolpersteine verlegt werden. 

Auf dem VII. Senftenberger Kolloquium anlässlich des Holocaust-Gedenktages, welches das Lausitz-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg am 27. Januar 2006 zur Auswertung der Aktion „Für Demokratie und Toleranz! Senftenberg gegen Neonazis“ vom Dezember 2005 durchgeführt hat, entstand der Entschluss, die Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus in Senftenberg zu erforschen. Schnell hatte sich auf Einladung von Eva Klein und des Landtagsabgeordneten Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann (Die Linke.) eine Gruppe von interessierten Senftenberger Bürgerinnen und Bürgern zusammengefunden, die in akribischer Kleinarbeit Namen, Lebensdaten und Schicksale der Opfer recherchiert hat. Sie ist als wissenschaftliches Projekt bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V. angesiedelt und wird intensiv von der Stadt Senftenberg, der Gemeinde Schipkau, der Evangelischen Kirchgemeinde, dem Theater NEUE BÜHNE Senftenberg und vielen Senftenberger Bürgerinnen und Bürgern unterstützt.

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich aber über die Verlegungen hinaus mit der Thematik und erforscht weiterhin insbesondere die Geschichte jüdischer Bürgerinnen und Bürger Senftenbergs.

Gegenwärtig jedoch befinden wir uns im Prozess der Neusortierung, nachdem die Initiatorin Eva Klein im Frühjahr 2014 ihrer schweren Krankheit erlegen war. Wir werden ihr ein herzliches Andenken bewahren und versuchen, ihre Arbeit fortzuführen – auch wenn uns dafür ihr unermüdl iches Engagement, ihre Freundlichkeit, ihre Anteilnahme, ihre Erfahrungen und ihr umfassendes Wissen ganz sicher fehlen werden.

Seit August gibt es eine Zusammenarbeit mit einer kleinen Gruppe von Schüler/innen der Bernhard-Kellermann-Oberschule in Senftenberg, die sich im Rahmen des Schulprojekts „Schule ohne Rassismus“ zwei Jahre lang mit der Stolperstein-Idee und dem Schicksal von vier (jüdischen) Familien in Senftenberg auseinandersetzen wird – mit dem Ziel einer weiteren Verlegung von Stolpersteinen und einer stärkeren Präsenz der Aktion in den neuen Medien.

 

 

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